Städte, wie wir sie kennen, sind nicht zukunftsfähig. Während manche Städte immer dichter werden, bleibt…
Civic Design Conference 2025

Civic Design Conference | Real Simple
Architekt*innen leben in unübersichtlichen Zeiten. Klima- und Ressourcenkrise, eine erdrückende Wachstumsökonomie sowie ein Dschungel aus Normen und Vorschriften, gepaart mit stark gestiegenen Sicherheits- und Komfortansprüchen der Nutzer*innen, führen zu einem steigenden Technikeinsatz, während der Bauprozess in einen Spießrutenlauf zwischen entgegenstehenden Partikularinteressen mündet. GEG (früher ENEV), TA Lärm, Richtlinien zur Barrierefreiheit, Brandschutzanforderungen, unflexible Stellplatzforderungen, veraltete Verkehrsnormen, überhaupt die zunehmende „Sachverständigenkultur“ in der Bauverwaltung und das Bedürfnis von Investoren, Projekte in möglichst kurzer Zeit abzuschreiben, stellen teilweise widersprüchliche Anforderungen und führen zu unattraktiven Neubauten, die schnell verjähren.
Eine Umbaukultur lässt sich unter diesen Voraussetzungen kaum etablieren. Die tatsächlichen Bedürfnisse nach bezahlbarem Wohnraum, lebendigen Quartieren und öffentlichen Räumen geraten zunehmend in den Hintergrund. Können und sollen das die Parameter sein, die unsere gebaute Umwelt bestimmen? Brauchen wir das alles, geht es nicht einfacher? Die diesjährige Civic Design Conference „Real Simple“ regte dazu an, diese und ähnliche Fragen zu diskutieren, Lösungswege oder zumindest ‑optionen aufzuzeigen und Netzwerke für zukunftsfähige Lösungen aufzubauen.
Am Freitag, dem 11.04.2025, fand die sechste Civic Design Conference der Peter Behrens School of Arts in Zusammenarbeit mit dem BDA NRW und dem CO2Bau Projekt statt. Unter dem Thema „Real Simple“ wurden am Vormittag mit mehr als 150 eingeladenen Gästen an zwölf Thementischen Fragen zum vereinfachten Planen und Bauen diskutiert. Am Nachmittag stellten Jean-Philippe Vassal (Lacaton & Vassal, Paris), Jaume Mayol (TEd’A Arquitectes, Palma), Estelle Barriol (Studio ACTE, Rotterdam), Prof. Thomas Auer (Transsolar, TU München), Carles Oliver Barceló (Balearic Islands) sowie Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Bernhard Ungericht (Universität Graz) Projekte und Methodiken in allen Maßstäben vor.
Die Hauptredner*innen teilten ihr Wissen und ihre Erfahrungen zum Konferenzthema „Real Simple“ aus ihrer jeweiligen Position in Theorie, Forschung, Planung und Baupraxis. In drei Diskussionsformaten wurde mit praktizierenden, internationalen Architekt*innen und Städtebauer*innen, Studierenden, Forschenden und Lehrenden sowie Akteur*innen aus Stadtverwaltungen über die Themenstellungen der Reduktion baulicher Komplexität und des ressourcenschonenden Bauens diskutiert.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Andreas Ruby (S AM Schweizerisches Architekturmuseum, Basel).